Rettet die privaten Gärten

Neben den tollen Ideen für Urbanes Gärtnern, müssen wir erschreckend feststellen, dass zurzeit ein heftiges Nutzgartensterben in ländlichen Regionen voranschreitet. Die Biodiversität wird nachhaltig verringert. Die Nutzgärten müssen weichen und geben ihren Platz für Kieselsteine frei.

Kieselgärten, © Eleonore Heil

Im Supermarkt ist Obst und Gemüse günstig verfügbar und bequem zu bekommen. Kompetenzen rund ums Gärtnern gehen verloren und die Früchte aus den Gärten bleiben auf dem Boden liegen, weil „Eingemachtes nicht Hip“ ist. In einem Pilotprojekt erfassen wir in einer ländlichen Kommune die Gartengröße und die angebauten Flächen. Wir interviewen Gartenbesitzer*innen was sie anbauen, wie und wann sie ernten, welche Kriterien ihnen dabei wichtig erscheinen, ob und wie sie die Ernte verarbeiten. Jetzt noch bewirtschaftete Gartenflächen werden in naher Zukunft nicht mehr für den Nutzgarten zur Verfügung stehen.

Wir möchten gerne die Attraktivität steigern und im Sinne der Nachhaltigkeit die Wertschätzung gegenüber selbstangebautem Obst und Gemüse stärken. Senioren berichten, dass weniger Schmetterlinge, Insekten und Glühwürmchen in den Ortschaften gesehen werden. Die Bedeutung von privaten Gärten zur Nahrungsversorgung im ländlichen Raum ist bedroht. Ein Schwerpunkt des Entwicklungsplans für den ländlichen Raum des Landes Hessen 2014-2020 ist die „Förderung der Organisation der Nahrungsmittelkette und des Risikomanagements in der Landwirtschaft“. Chancen werden u.a. im Ausbau der regionalen Nahrungsproduktion gesehen. Ziel einer Pilotstudie ist es, Elemente des Ernährungssystems einer ländlichen Gemeinde zu erfassen und darauf aufbauend Empfehlungen zum Erhalt zu entwickeln. Wir würden gerne das Bewusstsein für die eigene Erzeugung von Lebensmittel schärfen. Der private Garten ist nicht nur Ort zur Nahrungsproduktion, sondern hat auch vielfältige soziale Funktionen. Gemeinsam mit der Familie, Freunden oder den Nachbarn im Garten ernten und feiern– das kann so schön sein….

 

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Veröffentlicht von

Eleonore Heil