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Projektvorstellung

TEIKEI olive und Solidarischer Handel

Gemeinschaft überregional denken

TEIKEI olive setzt sich für ein faires und nachhaltiges Handelssystem mit dem Produkt Olivenöl ein. Dabei wird das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft auf den überregionalen Handel übertragen. Den Landwirt*innen verschafft dies finanzielle Sicherheit und ermöglicht einen nachhaltigen ökologischen Anbau. Verbraucher*innen profitieren von der hohen Qualität sowie dem direkten Kontakt, welcher Transparenz schafft und Verbraucher*innen die Möglichkeit gibt, ihre Interessen zu vertreten.

Projekt
soziale Aspekte
Handel
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© Nikolai Krönert

Wer, was und wann

TEIKEI olive setzt sich für ein faires und nachhaltiges Handelssystem mit dem Produkt Olivenöl ein. Wir sind ein studentisches Projekt an der Leuphana Universität Lüneburg, welches seit 2017 besteht. Gemeinsam mit dem TEIKEI-global-Netzwerk und der Lebensmittelkampagne übertragen wir das Konzept der solidarischen Landwirtschaft auf einen überregionalen Handel. Dies verschafft Landwirt*innen in Griechenland finanzielle Sicherheit und ermöglicht einen ökologischen Anbau.

Infolge der Weltwirtschaftskrise und eines zunehmenden Preisdumpings gerieten insbesondere in Griechenland immer mehr Landwirt*innen in eine finanzielle Notlage. Dies führte nicht nur zu sozialen Problemen in der Region, sondern ist zudem auch aus ökologischer Sicht problematisch. Denn der ökologische Anbau von Oliven spielt eine entscheidende Rolle zur Erhaltung des Klimas und der Artenvielfalt im Mittelmeerraum. Wie aber sollen die Olivenbäuerinnen und Bauern diese wichtige Aufgabe wahrnehmen, wenn sie gleichzeitig mit ihren persönlichen existentiellen Problemen zu kämpfen haben?

Hintergrund und Ziele

Um dieses Problem anzugehen, wurde im Jahr 2017 unser Projekt – damals noch unter dem Namen Olive Together – von Student*innen der Leuphana Universität Lüneburg gegründet. Ziel war es, eine Lösung zu schaffen, die den Landwirt*innen die notwendige finanzielle Sicherheit garantiert und gleichzeitig den Verbraucher*innen Zugang zu einem ökologischen Produkt sowie Transparenz über die Anbaubedingungen ermöglicht.

Als Vorbild diente hier die lokal häufig weit verbreitete Solidarische Landwirtschaft (SoLawi), in der Verbraucher*innen einen festen Prozentsatz der Ernte in Form von Ernteanteilen beziehen. Dies verschafft den Bauern und Bäuerinnen finanzielle Planbarkeit, unabhängig vom Ertrag der Ernte. Gleichzeitig sind die Verbraucher*innen in Abnehmergemeinschaften organisiert, durch welche sie sich austauschen, informieren und gemeinsam für ihre Rechte stark machen können. Durch die Solawi entsteht also gegenüber dem konventionellen Anbau und Handel ein Empowerment, sowohl auf Produzenten- als auch auf der Abnehmerseite.

Um dieses Empowerment auch auf den überregionalen Handel übertragen zu können, haben wir uns 2019 dem TEIKEI-Netzwerk angeschlossen, einem Netzwerk von Organisationen, die sich für einen fairen und solidarischen internationalen Handel einsetzen. Gleichzeitig kooperieren wir auch mit der Lebensmittelkampagne, über deren langjährige Beziehungen erst der Kontakt zu unserem Bauern Panos Marantos hergestellt wurde und die Implementierung des solidarischen Modells eingeführt werden konnte. In unserem dynamisch geprägten studentischen Umfeld fungiert diese als Bindeglied zu Panos und bildet somit eine Konstante im gemeinsamen Austausch. Aber auch in logistischen Fragen profitieren wir von der Erfahrung und Unterstützung seitens der Lebensmittelkampagne. Gemeinsam konnten wir in diesem Jahr nun auch unsere Vision der überregionalen SoLawi Realität werden lassen.

Das Öl unseres Bauern ist regenerativ angebaut und entspricht hohen qualitativen Standards. Bei Interesse kann man unter folgendem Link Abnehmer werden: https://teikeiolive.org/dein-ernteanteil 

Miteinander Lernen

Was waren die größten Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Projektes und wie seid Ihr damit umgegangen?

Wie wir bislang feststellen konnten, ist Kommunikation für unser Modell des Wirtschaftens essentiell. Zum einen ist das Modell der SoLawi für viele Verbraucher*innen gänzlich neu und komplex zu verstehen. Hier bestand unsere Herausforderung darin, dieses Konzept verständlich zu machen. Darüber hinaus umfasst die Kommunikation auch, dass wir uns als Mediator zwischen den Interessen der verschiedenen Stakeholder – insbesondere Verbraucher und Prouzenten – sehen.

Welche Unterstützung ist für das Gelingen des Projektes unerlässlich (gewesen)?

Der Kontakt mit unseren Partnern “TEIKEI” und “Lebensmittelkampagne” war für uns eine große Bereicherung und hat das Projekt im letzten Jahr enorm vorangebracht. So bekamen wir nicht nur neue Kontakte in Griechenland und können bereits bestehende Transportwege mitnutzen, sondern haben auch kompetente Partner gefunden, die ihre Erfahrungen mit uns teilten und die gleiche Vision verfolgen.

Was würdet Ihr anders machen, wenn Ihr noch einmal von vorne anfangen würdet?

Wir haben in unserer Anfangsphase sehr viel Zeit darauf verwendet, das Konzept für unser Projekt auszuarbeiten. Auch wenn dieses den Grundstein für all unser weiteres Tun gelegt hat, mussten wir, als wir in die Umsetzungsphase gestartet sind, dennoch feststellen, dass sich vieles davon in der Praxis anders darstellt. Rückblickend hätten wir schon früher beginnen sollen, Ernteanteile zu verkaufen. Dadurch konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln und unseren Bauern auch tatsächlich unterstützen.

Wie könnten Forschende Euer Vorhaben unterstützen? Welche Fragen sind bisher unbeantwortet geblieben?

Derzeit beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie wir Transport und Verpackung möglichst nachhaltig und gleichzeitig kundenfreundlich gestalten können. In dieser Frage würde uns ein Austausch mit Forschenden weiterhelfen.

Austausch und Unterstützung

Wir freuen uns über jeden Austausch mit Interessierten. Insbesondere andere Organisationen rund um das Produkt Olivenöl und im nachhaltigen Handel interessieren uns dabei sehr.

Kontakt

Name der Ansprechperson: Nikolai Krönert

Organisation: TEIKEI olive

Website: teikeiolive.org

E-mail: team@teikeiolive.org

Diese Projektvorstellung steht unter der folgenden CC Lizenz: BY-SA