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Projektvorstellung

Verlegung eines Demeter Hofs und Gründung einer neuen Betriebsgemeinschaft

Gemeinsam haben wir – Dietrich und Martin – Land und Hof, Geld und Know-How, Ideen und Visionen. Was gäbe es besseres, als damit eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig wirtschaftende landwirtschaftliche Stiftung zu gründen?!

Projekt
Flächen / Boden
Produktion
Hof Imhorst

© Martin Clausen

Wer, was und wann

Die Stiftung bzw. der Demeter Hof, der zurzeit gegründet wird, trägt den Namen "Hof Imhorst". Die ersten 10 ha werden in diesem Herbst übernommen und auf ökologischen Anbau umgestellt. Mitglieder sind bisher der Hofeigentümer und Stiftungsgründer Dietrich Lange, der Demeter-Landwirt Martin Clausen und Landwirtin Luise Heiden. Weitere MitgründerInnen werden aktuell gesucht.

Hintergrund und Ziele

Nachdem Dietrich Lange vor kurzem den ehemaligen Betrieb seines Vaters geerbt hat, musste er sich mit der Frage auseinandersetzen, was er mit seinem Elternhaus – einem mittelgroßen niedersächsischen Hof inkl. 26 ha arrondierter Ackerfläche – anstellen könnte. Verkaufen? Verfallen lassen? Erstmal abwarten? Dietrich verspürte den Wunsch, sein früheres Zuhause wieder mit Leben und Landwirtschaft erfüllt zu sehen – und das möglichst ökologisch, nachhaltig und enkelgerecht. Durch Fügung, Glück und Internetrecherche hat er im Frühjahr 2020 Martin Clausen kennen gelernt. Nun ist er dabei eine gemeinnützige Stiftung zu gründen. Ziel der Stiftung soll – neben der Substanzerhaltung des alten Hofes in seiner Umgebung – die Vermittlung von Kenntnissen über die nachhaltige Lebensmittelproduktion im Allgemeinen und natürlich auf dem Hof sein.

Martin ist seit 34 Jahren passionierter Demeter Landwirt mit eigenem Betrieb, inkl. Gewächshäusern, Hofladen, Marktständen, Mosterei, Rindern, Imkerei und Bildungsangeboten. Doch da in Kürze über die Flächen des Gärtnerhofs Sandhausen die B212 gebaut wird – Martin sich jedoch ein Leben ohne Tomaten und Tiere nicht vorstellen kann – hat er sich auf die Suche nach einem neuen Platz gemacht, an dem er sein geistiges und finanzielles Kapital sinnvoll einbringen kann. Vor Kurzem ist dann auch schon die erste Mitgründerin und Landwirtin Luise Heiden auf dem Hof Imhorst eingezogen. Die ersten 10 Hektar werden bereits in diesem Herbst übernommen und in die ökologische Umstellung nach Demeter-Richtlinien gebracht.

Struktur und Ziele des geplanten Betriebs:

Die Betriebsstruktur auf Hof Imhorst wird künftig aus mindestens drei Unternehmen bzw. Organisationen bestehen:

  1. Landwirtschaft
  2. Gewerbliches Aufbereitungs-, Verarbeitungs- und Vermarktungsunternehmen (Einzelunternehmen oder GbR)
  3. Gemeinnützige Stiftung (die Stiftungserträge sind satzungsgemäß für Bildungs- und Naturschutzmaßnahmen einzusetzen)

Das Gesamtprojekt „Demeter Hof Imhorst“ stellt sich in der aktuellen Zielplanung wie folgt dar:

1. Urproduktion (Landwirtschaft)

  • Arrondierte 26 ha Eigenland zzgl. mögliche 10 ha Pachtland
  • Neubau ca. 10.000 m² Gewächshausfläche, Schwerpunkt Salate, Tomaten und Gurken
  • Neuaufbau Feldgemüseanbau im größeren Stil
  • Anlage einer Fläche nach den Ideen der Market Garden Anbaumethode
  • Haltung einer Muttertierherde, kleiner Ziegenherde, Schweinehaltung in kleinem Umfang
  • Neuaufbau von Legehennen in Mobilstallhaltung mit Zweinutzungshühnern, ggf. Mast der Hähnchen
  • Perspektivisch Hinzupachtung weiterer Flächen und/oder Hofstellen oder Bildung nachbarschaftlicher Kooperationen zur Ausweitung der ökologischen Produktion
  • Ausbau regionaler Kooperationen in der Urproduktion

2. Vertrieb und Handel (Gewerblich)

  • Aufbereitung, Verarbeitung und Vertrieb der eigenen Erzeugnisse aus der Urproduktion (pflanzlich und tierisch)
  • Zukauf und Vertrieb von Produkten anderer regionaler und überregionaler Öko-Betriebe
  • Ausbau der regionalen Kooperationen in der Vermarktung
  • Beibehaltung, eventuell Ausbau, der Vermarktung über den eigenen Marktstand
  • Ausbau der Vermarktungsstruktur über den Naturkost-Großhandel
  • Möglichkeiten der hofnahen bzw. Ab-Hof-Vermarktung
  • Lohn-Hofmosterei für Äpfel regionaler Kunden, eventuell Ausbau zu einer Spezialitäten-Mosterei
  • Ausbau der regionalen Fleischvermarktung
  • Aufbau einer SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft)

3. Bildung (Gemeinnützige Tätigkeit der Stiftung)

  • Schaffung eines Modellbetriebes für die ökologische, energieeffiziente und nachhaltige Produktion, Lagerung und Verarbeitung; Darstellung gegenüber Fachpublikum und Öffentlichkeit, Informationen zur Übertragung auf andere Betriebe und/oder Regionen
  • Auf- und Ausbau von Bildungsangeboten in den Bereichen Demeter/Bio-Landwirtschaft und Gartenbau, Ökologie, Ernährung, Stadt-Landverbindung
  • Auf- und Ausbau der Bezugsschaffung zum Land und zur ökologischen Produktion für städtisch lebende Menschen durch Führungen und Möglichkeiten der Mitarbeit
  • Belebung des ländlichen Raumes

4. Neustrukturierung der landwirtschaftlichen Flächen u.a. durch Anlage von Hecken, Streuobstflächen, Wasserspeichern (Teichen)

5. Weitere Ansätze und Ideen

  • Sozialtherapie: der Hof als Lebens- und/oder Therapieort für Menschen mit Begleitungsbedarf oder im Sabbatjahr
  • Schaffung eines Hof-Kindergartens
  • Schaffung von Angeboten für kleinere Familien- oder Firmenfeiern

Ein belebter Hof mit neuen Lebens- und Arbeitsplätzen

Entstehen soll ein Hof, „auf dem Leben ist“. Die neu hinzukommenden Bereiche schaffen Arbeitsplätze auf dem Land, sowohl für eigenverantwortliche Landwirte/Landwirtinnen, als auch für Angestellte durch den Aufbau von arbeitsintensiven Kulturen und die Tierhaltung. In diesem Zuge sollen mindestens zwei junge Personen bzw. Paare/Familien von Beginn an in den Aufbau und den Betrieb eingebunden werden, jeweils mit eigenem Schwerpunkt, z.B. Feldgemüsebau und Tierhaltung. Insofern ist die Bildung einer Hofgemeinschaft sowie die Strukturierung und Bildung der wirtschaftlichen Rechtsformen und Verantwortungsbereiche notwendig. Für die momentan von Martin Clausen getragenen und verantworteten Bereiche ist mittel- bis langfristig die Übergabe an eine Folgegeneration zu planen.

Das gewerbliche Verarbeitungs- und Handelsunternehmen bietet die Möglichkeit weitere neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Verarbeitung und Vermarktung hofeigener Produkte sowie der Handel mit regionalen Bio-Unternehmen kann und soll ausgebaut werden. Hierfür sind durch das langfristige und aktuell stark steigende Interesse des Handels und der Verbraucher an ökologischen und regional nachvollziehbaren Produkten beste Voraussetzungen gegeben.
Das Bildungsangebot sowie die Sozialtherapie bieten Möglichkeiten weitere Arbeitsplätze zu schaffen, auch für Menschen mit Betreuungsbedarf.

Auf Hof Imhorst sind aktuell eine große, eine mittelgroße und eine kleine Wohnung vorhanden. Weiterer Wohnraum ist bedarfsorientiert zu bauen. Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Bildungsangebote sind potentiell vorhanden, müssten jedoch ausgebaut werden. Für Ställe, Gewächshäuser, Lager- und Packhallen, weitere Wirtschaftsräume sowie Zuwegungen sind umfangreiche Bauarbeiten notwendig und bereits in Planung.

Nachhaltiger Modellhof

Die Vorhaben sollen unter besonderer Berücksichtigung ökologischer und nachhaltiger Aspekte, sowie integriert in das noch unverbaute Hofbild und in die Umgebung, umgesetzt werden. Insofern kann und soll der Hof Modellcharakter für ökologische und konventionelle Betriebe haben.

Förderung

Die Ablösesumme für den Gärtnerhof Sandhausen ist noch in Verhandlung. Es ist absehbar, dass zwar der Umzug der Landwirtschaft und des Gewerbes durch diese Ablösesumme größtenteils möglich sein wird, jedoch die ökologischen, energetischen und nachhaltigen Zielen dieses Projektes damit nicht ausreichend finanzierbar sind. Um dieses und den Charakter eines ökologischen und nachhaltigen Modellbetriebs zu erreichen, ist, neben der Kapitalbeschaffung durch die Banken, eine Flankierung mit öffentlichen Fördermitteln notwendig. Erst mit der Realisierung dieses Gesamtkonzepts kann die Stiftung Hof Imhorst ihren gemeinnützigen Bildungsauftrag erfüllen.
Fördermittel sind notwendig für:
beraterische Tätigkeiten (z.B. Energiekonzept)
für landwirtschaftliche Investitionen (z.B. Gewächshaus, Stall, Solartraktor)
gewerbliche Investitionen (z.B. Verarbeitungsräume, Packhaus)

Miteinander Lernen

Was waren die größten Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Projektes und wie seid Ihr damit umgegangen?

Bei diesem Projekt geht es für alle Beteiligten in jeder Hinsicht um viel. Und wirklich vieles muss frühzeitig gut überlegt und geplant sein. Wichtig, nennt es schwierig, ist es aber auf Menschen zu treffen, die nicht das Verlangen haben schon im Vorfeld wirklich alles bis ins allerletzte Detail zu klären und auszudiskutieren, um jedes Risiko auszuschließen. Die Chance ist, durch Zuversicht und ein gegenseitiges Grundvertrauen dieses Projekt auf einen erfolgreichen Weg zu bringen.

Welche Unterstützung ist für das Gelingen des Projektes unerlässlich (gewesen)?

Unerlässlich wird es sein Menschen in Politik, Verwaltung und dem örtlichem Umfeld zu finden, die offen für die Veränderungen sind, die die Realisierung dieses Projektes in vieler Hinsicht mit sich bringen wird und die bereit sind die dafür die nötige Hilfe und Unterstützung zu leisten.

Was würdet Ihr / würdest Du anders machen, wenn Ihr / Du noch einmal von vorne anfangen würde(s)t?

Bisher nichts, fragt uns in 10 Jahren noch einmal. :)

Austausch und Unterstützung

Wir freuen uns über Austausch und Erfahrungen in den Bereichen der Gemeinschafts- und Hofgründung, der regenerativen Landwirtschaft, Permakultur, Agroforstsystemen, Mischkulturen auf dem Acker, biointensiver Gemüseanbau im Freiland sowie Aufbau einer Solidarischen Landwirtschaft.

Kontakt

Name der Ansprechperson: Martin Clausen

Organisation: Hof Imhorst

Website: www.hof-imhorst.de (noch im Aufbau)

Adresse: Imhorst 4, 27339 Riede

E-mail: m.clausen(at)t-online.de

Telefon: 01755037685

 

Diese Projektvorstellung steht unter folgender CC Lizenz: BY-NC-ND