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Projektvorstellung

Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk

Das Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk (MPSN) ist ein Basisnetzwerk innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit ~370 Mitgliedern aus über 60 Max-Planck-Forschungsinstituten mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit innerhalb einer deutschen Wissenschaftsgesellschaft zu fördern, die sich der Grundlagenforschung verpflichtet hat. Das MPSN hat sich zum Ziel gesetzt, die Forschungspraxis innerhalb der MPG insgesamt nachhaltiger zu gestalten.

Projekt
Klimawandel/-schutz
Übergreifend

© MPSN

Wer, was und wann

Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk (seit Mai 2019)

Das Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk ist eine Graswurzel-Initiative von Mitarbeiter*innen der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit dem Ziel, die wissenschaftliche Arbeit umwelt- und klimafreundlicher zu gestalten. Die MPG ist eine deutsche Wissenschaftsvereinigung, die sich der Grundlagenforschung verschrieben hat. Ihr gehören mehr als 23.000 Personen in über 85 Instituten an, die hauptsächlich in Deutschland, aber auch in Italien, den Niederlanden, Luxemburg und den USA angesiedelt sind. Die MPG fördert herausragende Forschung zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen wie Klimawandel, Biodiversität und gesellschaftlichen Herausforderungen im Kontext der Globalisierung. Wissenschaftliche Einrichtungen wie Universitäten und Forschungsinstitute sowie die dort angestellten Wissenschaftler*innen tragen mit ihrer Arbeit nicht nur zum wissenschaftlichen Fortschritt der Menschheit bei, sondern auch durch ebendiese Tätigkeit zur anthropogenen Emission von Treibhausgasen, zur Erschöpfung von Ressourcen und zu einer zunehmenden Müllproblematik. Dieser Sachverhalt ruft in der globalen Wissenschaftsgemeinschaft zunehmend Besorgnis über die kollektive Verantwortung der Wissenschaft hervor. Eine nicht unbeachtliche Zahl von Wissenschaftler*innen sind der Meinung, dass für Menschen, die durch ihre Forschungsarbeit einen unmittelbaren Zugang zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen um den Klimawandel haben, eine besondere moralische Verpflichtung besteht, die Konsequenzen anzuerkennen und entsprechend zu handeln. In vielen Handlungsfeldern wie der Wirtschaft, Politik aber auch dem persönlichen Leben hat der Transformationsprozess zu einem Handeln im Einklang mit Umwelt und Klima bereits begonnen. Wissenschaft als Handlungsfeld ist hierbei durch besondere Herausforderungen geprägt. Zum einen ist dies bedingt durch Arbeitsmethoden, die sich nicht im Sinne einer klassischen „Effizienz“ wie z.B. einer Kosten- oder auch CO2-Effizienz messen lassen, aber auch durch philosophische Prinzipien wie der Freiheit der Wissenschaft und somit der Wissenschaftler*innen. Wie ist eine Einschränkung der Wissenschaft im Sinne des Klimaschutzes in Einklang zu bringen mit der grundlegenden Freiheit der Wissenschaft? Diesen Spagat gilt es zu meistern - nichts Geringeres ist das Ziel des Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk. Umwelt- und Klimaschutz kann in Wissenschaftsorganisationen nicht wie in Firmen oder Regierungsbehörden von oben verordnet werden, sondern die Verantwortung für Umwelt und Klima muss dem Diskurs der Wissenschaftler*innen untereinander entspringen. Weltweit diskutieren Wissenschaftler*innen, wie sie ihre Forschungsarbeit ökologisch nachhaltiger gestalten können. In der Max-Planck-Gesellschaft haben sich nun zum ersten Mal Mitarbeiter*innen in einem Netzwerk organisiert, um Ideen, Erfahrungen und Strategien auszutauschen. Dabei überwinden die Mitglieder des Netzwerkes, die aus wissenschaftlichem und nicht-wissenschaftlichem Personal bestehen, Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen und hierarchische Hürden. Forschungsgruppenleiter*innen und Sekretär*innen begegnen sich auf Augenhöhe, um neue Konzepte für Nachhaltigkeit in der Wissenschaft zu erarbeiten. Das Netzwerk steht im engen Austausch mit der zentralen Verwaltung der Max-Planck-Gesellschaft, arbeitet Vorschläge aus, verleiht ihren Forderungen Nachdruck und versteht sich als selbstbewusstes Sprachrohr der Affiliierten der MPG, die sich der Verantwortung gegenüber Umwelt und Klima gerecht werden wollen. Der Spagat zwischen dieser Verantwortung und der eigenen wissenschaftlichen Freiheit, sowie der Transformationsprozess eines Handlungsfeldes mit stark gefestigten Privilegien einerseits und Verwaltungsvorschriften andererseits, stellen besondere Herausforderungen dar, die das Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk zu einer besonderen Initiative für Umwelt und Klima machen. Das Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk wurde auf dem ersten Workshop „Nachhaltigkeit in der Max-Planck-Gesellschaft“ am 16./17. Mai 2019 im Max-Planck-Institut in Magdeburg gegründet. Das Netzwerk umfasst heute mehr als 300 Mitarbeiter*innen, die an über 60 Max-Planck-Instituten in lokalen Nachhaltigkeitsgruppen organisiert sind. Die Arbeit der Kolleg*innen im Nachhaltigkeitsnetzwerk geschieht ehrenamtlich.

Hintergrund und Ziele

Seit seiner Gründung und ersten Mitgliederversammlung im Mai 2019 hat das Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk (MPSN) über 370 Mitglieder aus über 60 Max-Planck-Instituten angezogen (Abbildung 1A). An über 30 dieser Institute haben sich auch lokale Nachhaltigkeitsgruppen gebildet, die durch das MPSN verbunden sind. Dieses Netzwerk zielt auf die Förderung der Nachhaltigkeit innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft (MPG)1 , einer deutschen Wissenschaftsgesellschaft, die sich der Grundlagenforschung verpflichtet hat. Der MPG gehören mehr als 23.000 Angehörige in über 85 Instituten an, die hauptsächlich in Deutschland, aber auch in Italien, den Niederlanden, Luxemburg und den USA angesiedelt sind. Die MPG unterstützt herausragende Forschung zu verschiedenen Themen wie Klimawandel, Biodiversität und gesellschaftliche Herausforderungen, die mit Nachhaltigkeit oder deren Fehlen verbunden sind. Wie die meisten anderen akademischen Einrichtungen arbeitet die MPG derzeit jedoch so, dass die Forschung weitgehend ohne Bewertung und Auseinandersetzung mit den ökologischen Folgen der in den Forschungsprozess einbezogenen Materialien, des Energieverbrauchs und der Reisen betrieben wird. Die Arbeit der MPG trägt daher nicht nur zum wissenschaftlichen Fortschritt der Menschheit bei, sondern auch zur anthropogenen Emission von Treibhausgasen, zum Abfallaufkommen und zur Erschöpfung von Ressourcen. Wenn es der Wissenschaft gelungen ist, den ersten Schritt zu tun, nämlich anzuerkennen, dass die Menschheit einer Umweltkrise gegenübersteht, dann ist der zweite Schritt, in unserem eigenen Leben und unserer Arbeit darauf einzuwirken, notwendig. Die Mitglieder des MPSN fühlen sich moralisch verpflichtet, sich mit den ökologischen Folgen ihrer Arbeit auseinanderzusetzen und den Übergang zu einer nachhaltigeren Forschungsumgebung zu vollziehen. Die Umgestaltung von Organisationen hin zu nachhaltigeren Organisationen aus der Perspektive des Arbeitgebers hat in letzter Zeit viel Interesse gefunden, wobei die Bedeutung des Engagements der Mitarbeiter (Kim et al., 2016), einer angepassten strategischen Planung (Batista und Francisco, 2018) und konzeptueller Rahmen zur Steuerung investierter Anstrengungen (Lozano, 2018) hervorgehoben wurde. Das MPSN hat sich daher das doppelte Ziel gesetzt, die Forschungspraktiken innerhalb der MPG insgesamt nachhaltiger zu gestalten und lokale Nachhaltigkeitsgruppen dabei zu unterstützen, die Forschungspraktiken an ihren einzelnen Instituten nachhaltiger zu gestalten. Die langfristige Vision des Netzwerks ist es, zu Vorbildern zu werden, die andere wissenschaftliche Organisationen inspirieren, nachhaltig zu werden, und den Betrieb von Forschung und Verwaltung in der MPG im Hinblick auf ein nachhaltig funktionierendes System zu optimieren.

Miteinander Lernen

Was waren die größten Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Projektes und wie seid Ihr damit umgegangen?

Der Spagat zwischen der lokalen und der übergreifenden Ebene (Netzwerktreffen, regelmäßige Newsletter, Knowledge Base für alle lokalen Gruppen zum Austausch)
Kommunikation mit der Verwaltungsebene

Welche Unterstützung ist für das Gelingen des Projektes unerlässlich (gewesen)?

Die Unterstützung der Max-Planck-Gesellschaft generell

Das unaufhörsame Momentum der engagierten Mitwirkenden des Netzwerkes

Was würdet Ihr / würdest Du anders machen, wenn Ihr / Du noch einmal von vorne anfangen würde(s)t?

Ich denke alles genauso nochmal !

Wie könnten Forschende Euer Vorhaben unterstützen? Welche Fragen sind bisher unbeantwortet geblieben?

Welche Themen haben wir noch übersehen?

Austausch und Unterstützung

Ein Austausch mit anderen Graswurzelinitiativen innerhalb und außerhalb der Forschung, um thematische Überschneidungen zu finden und um schwierige gemeinsame Probleme zu identifizieren und Lösungsansätze zu finden

Kontakt

Name der Ansprechperson: Jakob Schweizer

Organisation: Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk

Website: www.nachhaltigkeitsnetzwerk.mpg.de

E-mail: info(at)susnet.mpg.de

Diese Projektvorstellung steht unter folgender CC Lizenz: BY-NC-ND