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Rosige Aussichten

Die Königin der Blumen - nicht nur eine Augenweide, auch eine Spielwiese für Insekten, Objekt der Begierde für Fotografen und vor allem lecker! Ob sie medizinisch wertvoll ist, sei in diesem Beitrag dahin gestellt. Auf jeden Fall zaubert die Autorin aus ihr vielfältige Aufstriche. Exklusiv und ökologisch muss eben kein Widerspruch sein.

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Blume mit Biene

© Ellen Westphal

Ökologisch wertvoll und exklusiv: Das sind meine geliebten Rosenblüten-Aufstriche, die ich seit über zehn Jahren herstelle. Selbst das Verfahren des Einkochens setzt auf Nachhaltigkeit, indem es auf die Bedürfnisse kleiner Mengen eines Single-Haushaltes eingeht. Ganz einfach: Indem in einem Kochvorgang mehrere Sorten hergestellt werden. Was ich erreicht habe? Kaum noch Bedarf an eingekauften Marmeladen – was gleichbedeutend mit einer Reduzierung der Verpackung ist. Die Marmeladengläser von damals tun ihren Dienst noch heute. Dafür bekommen habe ich exklusive Frühstücks-Vielfalt.

Dass ein Luxusartikel ökologisch wertvoll sein soll, erscheint auf den ersten Blick vielleicht nicht einleuchtend. Doch genau das ist der Fall, denn die Produktion im eigenen Garten bietet Wildbienen eine üppige Nahrungsquelle. Zwar bin ich keine Spezialistin, doch konnte ich mindestens drei verschiedene Bienen- und zwei Hummel-Arten beobachten, die langjährige Gäste sind und dankbar in die lieblich duftenden Blüten der Rosen eintauchen.

Sie sind nicht die einzigen Besucher: Falter, Wespen, Meisen, Spatzen, Amseln, Rotkehlchen, Finken, Zaunkönig und viele andere Vögel genießen die kleine, aber artenreiche Bepflanzung – und die Freiheit von Düngemitteln, Insektiziden und Herbiziden. Tatsächlich ist der Garten in einer Weise angelegt, dass zu fast jeder Zeit im Jahreskreislauf mindestens eine Pflanzenart blüht.

Dabei dient der Garten nicht nur der Artenvielfalt, sondern auch der kulinarischen Vielfalt: Kräuter, Lavendel und Beeren bieten viele Möglichkeiten für neue Rezepte und Kombinationen. Was nicht bei mir wächst, bekomme ich meist von Freunden und Verwandten. Da bin ich dankbar für jede neue Quelle und Erweiterung. Im Laufe der Zeit ist aus den vielen Rosen-Rezepten ein kleines Büchlein entstanden – allerdings enthält es auch Variationen mit exotischen Früchten, da ich nicht ganz auf sie verzichte.

An dieser Stelle möchte ich noch auf das Einkochen der Aufstriche eingehen: Mir ist Abwechslung sehr wichtig. Als Single kann ich nur wenig Marmelade essen. Also brauche ich nur kleine Mengen einer Geschmacksrichtung, dafür gerne viele verschiedene. Für dieses Problem habe ich zwei Lösungen gefunden: Entweder ich koche mit sukzessiver Zugabe der Zutaten ein, wobei die geschmacklich intensivsten erst zum Schluss dazugegeben werden. Also etwa als erstes Rosen pur, dann mit Lavendel, dann Sekt. Oder ich gebe Kräuter oder Gewürze in jeweils ein Marmeladenglas, gieße die Geleemasse hinein und rühre zügig um.

Übrigens ergeben die meisten Kombinationen, die einen leckeren Rosen-Aufstrich ergeben, auch exquisite Tees, wie zum Beispiel Rose-Lavendel, Rose-Salbei oder Rose-Minze. Die Mischung als Tee auszuprobieren, ist auch eine gute Möglichkeit, sie vor dem aufwendigen Einkochen geschmacklich zu testen. So können Mischungsverhältnisse ausprobiert werden, ohne bereits Geliermittel und Zucker zu verwenden.

Wer nun neugierig auf mehr geworden ist, kann gerne in mein erstes Büchlein „Rosenblüten: Vielfalt genießen, einmal einkochen: Süße Aufstrich-Variationen mit der Königin der Blumen“ schauen: https://www.amazon.de/gp/product/B00M21L176/ref=dbs_a_def_rwt_bibl_vppi_i0 

Empfehlungen für Praktiker*innen

Rezepte

Wer schon mal auf den Geschmack kommen möchte, kann sich einen dieser Tees zubereiten – sofern vorhanden im eigenen Garten:

Rosen-Salbei-Tee

Im Verhältnis 3:1 Rosenblüten und Salbeiblätter sammeln, sehr vorsichtig und kurz waschen, das weiße Ende von den Rosenblütenblättern abschneiden, aufbrühen mit kochendem Wasser. 5 Minuten ziehen lassen.

Rosen-Lavendel-Tee

Blütenblätter einer Rosenblüte (das weiße Ende abschneiden) und 2 Lavendelblüten kurz abwaschen und zusammen aufbrühen. 5 Minuten Ziehzeit.

 

Dieser Artikel steht unter folgender CC Lizenz: BY-NC-ND