Klimawandel nur durch sofortige Maßnahmen zu stoppen

Damit gefährliche Klima-Kipppunkte nicht ausgelöst werden, müssen verstärkt kurzlebige Klimaschadstoffe wie Methan reduziert werden, schreibt ein Team von Forschern der ETH Zürich und des gemeinnützigen NAHhaft-Instituts für nachhaltige Ernährungsstrategien in der Fachzeitschrift Nature Climate Change.

Erstellt am

05.11.2018

Ein sich in Bewegung befindender Spielzeugkreisel, der sich auf seiner Spitze dreht.

Auch die Reduktion von Methan spielt bei der Vermeidung der Auslösung von Klima-Kipppunkten eine wichtige Rolle. CCO von Efraimstochter auf pixabay.com

Von der Redaktion Ernährungswandel

Aktuell ist das Treibhauspotenzial über 100 Jahre (GWP100) der dominierende Standard für den Vergleich verschiedener Klimaschadstoffe hinsichtlich ihrer Klimawirkung. Nach dieser GWP100-Perspektive sind insbesondere CO2-Emissionen von zentraler Bedeutung. Zahlreiche Forscher*innen weltweit weisen allerdings darauf hin, dass zusätzlich zur Minderung von CO2-Emissionen  die Reduktion von kurzlebigen klimaschädlichen Stoffen (SLCP) wie Methan (CH4) oder Ruß (BC) fundamental wäre, denn der bereits stattfindende Klimawandel könnte in den nächsten 20 Jahren gefährliche Klima-Kipppunkte auslösen und sich damit selbst beschleunigen.

Die Landwirtschaft ist die größte Quelle von Methan weltweit. Die Minderung von Methan ist zentral, um der derzeitigen Beschleunigung des Klimawandels entgegenzuwirken. Nach den Analysen des Autorenteams verursacht die Landwirtschaft 19 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen, wenn man aus GWP20-Perspektive das Treibhausgaspotenzial der Klimaschadstoffe auf 20 Jahre betrachtet. Würde die gesamte Wertschöpfungskette des Ernährungssystems einbezogen, wäre der Anteil an den globalen Gesamtemissionen sogar noch höher.

Maßnahmen in der Landwirtschaft und im gesamten Ernährungssystem zur Senkung von Methanemissionen können daher als ein essentieller Beitrag für einen kurzfristigen Klimaschutz angesehen werden. Für die Reduktion der Methanemissionen wären insbesondere die Produktion und der Konsum von Rind- und Schweinefleisch, aber auch von Milchprodukten zu senken.

Auf internationaler politischer Ebene sollten nach Ansicht des Autorenteams progressive Länder, die umfassend und aktiv die Vermeidung von SLCPs angehen und dafür auch ihr Landwirtschafts- und Ernährungssystems transformieren wollen, kooperieren und sich gegenseitig unterstützen.

Quelle und Link zur Studie:

Fesenfeld, L.P., Schmidt, T.S., Schrode, A.F. (2018): Climate policy for short- and long-lived pollutants, Nature Climate Change. URL: https://rdcu.be/bajBO

Dieser Artikel steht unter folgender CC Lizenz: BY

 

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