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Cooking together for All

Pervolarides versucht, lokale Gemeinschaften und Geflüchtete durch ernährungsbezogene Aktivitäten zu unterstützen. Das Projekt soll als ein Beispiel für Integration, Solidarität, soziale Mobilisierung und zivilgesellschaftliches Engagement gelten. Wir möchten unsere Gemeinschaft stärken und Depressionen durch die gemeinsame Arbeit entgegenwirken.

© Pervolarides of Thessaloniki

Wer, was und wann

Das Projekt wurde 2014 ins Leben gerufen. Mitwirkende sind Einheimische und Geflüchtete/Asylbewerber.

Hintergrund und Ziele

Wir handeln dort, wo sozialer Schutz fehlt und unterstützen Menschen in Not, indem wir durch Solidaritätsaktionen die Grundlagen für soziale Mobilisierung und Kooperation schaffen. Wir setzen uns für soziales Empowerment ein, indem wir Beziehungen innerhalb der Gemeinschaften herstellen, Arbeitslose mobilisieren und Synergien und Integration zwischen Menschen unabhängig von ihrem sozialen und kulturellen Hintergrund schaffen.

Wir machen keine Unterschiede zwischen den Menschen und begünstigen niemanden gegenüber anderen. Wir glauben, dass jeder Mensch seinen eigenen, einzigartigen Beitrag leistet, so wie Wassertropfen gemeinsam Flüsse und Meere bilden. Unser sozialer Raum ermöglicht die Entstehung sozialer Innovation und gemeinschaftlichen Unternehmertums. Er ist ein Ort, an dem Bedürfnisse, Ideen und kollektive Aktionen die Menschen zu einer dynamischen und kreativen Gemeinschaft zusammenführen. Pervolarides ist ein Treffpunkt für alle, die ihre Freizeit, ihr Talent und ihre Fähigkeiten der Gemeinschaft und Menschen in Not zur Verfügung stellen wollen.

In unserer traurigen Realität, in der die Märkte unser tägliches Leben und unsere Beziehungen zueinander regulieren und entwürdigen, kommen wir zusammen, um eine Gemeinschaft zu erschaffen, die ein alternatives Modell für Solidarität, Kooperation, Partizipation und gemeinschaftliches Handeln bildet. Wir möchten ein Vorbild sein für eine Integration durch die Nutzung sozialer Synergien. Dabei berücksichtigen wir die Bedürfnisse unserer Gemeinschaft von heute und unsere Träume für die Gesellschaft von morgen, in der unsere Kinder einmal leben werden. Gemeinschaftliches Engagement und Empowerment durch Kooperation und Bildung, die zu neuen beruflichen Qualifikationen führen kann. Bekämpfung von Depressionen durch kooperative Arbeit, soziale Einbindung von Geflüchteten/Asylbewerbern, alleinerziehenden Müttern, arbeitslosen Menschen und anderen durch gemeinsame Aktivitäten.

Ausgehend von Lebensmitteln und ihren Lebenszyklen (von der Aussaat und dem Anbau über das Sammeln, Verarbeiten und Kochen der Ernte bis hin zur Verwertung von Lebensmittelabfällen und deren Kompostierung) haben wir im Laufe der Jahre unter anderem die folgenden Aktivitäten durchgeführt:

In der Gemeinschaftsküche bereiten wir Lebensmittel für Menschen in Not zu. Einheimische und Geflüchtete kommen zusammen, um ihre Nachbarn zu treffen, neue Rezepte auszuprobieren, um zu lernen und um ihre Liebe zum Essen und zur gegenseitigen Unterstützung zu teilen.

Im Rahmen der Wiederverwendung von Lebensmittelabfällen, sammeln wir Produkte, deren Haltbarkeitsdatum fast abgelaufen ist, sowie Obst, Gemüse und Fisch, welches sonst entsorgt werden würden. Diese Produkte werden zu warmen Mahlzeiten verarbeitet, die an bedürftige Menschen verteilt werden oder zu Soßen, Marmeladen und Essiggurken.

Die Imkerei lehrt uns, wie wir mit den Bienenpopulationen zusammenarbeiten, um Bio-Honig zu produzieren, während wir den natürlichen Regenerationsprozess unterstützen, indem wir die Bestäuber der Natur ernähren.

Beim solidarischen Olivensammeln sammeln wir Oliven, die uns gespendet werden, aus Olivenhainen und verteilen das Olivenöl an bedürftige Familien.

Beim Urban gardening erzeugen wir Nahrungsmittel und teilen unserer Erfahrungen mit den Methoden für den Anbau von Nahrungsmitteln und die Verarbeitung organischer Haushaltsabfälle zu Gartenkompost/Dünger.

Beschäftigungsfähigkeit und berufliche Eingliederung ermöglichen wir durch Ausbildungsaktivitäten und Workshops (Nahrungsmittelanbau, -verarbeitung, Bienenzucht usw.), die die Entwicklung beruflicher Fähigkeiten und die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten erleichtern.

Wir schaffen soziale Vernetzung zwischen Gleichgesinnten und lokalen Gruppen mit gemeinsamen Zielen und Interessen sowie mit anderen Gemeinschaften über Griechenland hinaus, so dass wir uns gegenseitig unterstützen und unsere Ideen, unser Wissen und unsere bewährten Praktiken austauschen können.

Miteinander Lernen

Was waren die größten Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Projektes und wie seid Ihr damit umgegangen?

Wir sind auf die Unterstützung durch unser Netzwerk von Freiwilligen angewiesen, um die Durchführung der oben genannten Aktivitäten zu ermöglichen, wodurch unserer Möglichkeiten auf Aufrufe z.B. für Lebensmittelspenden oder den Transport von Werkzeugen oder Menschen zu verschiedenen Orten, reagieren zu können, begrenzt sind. Zudem fehlt uns das Geld für Transportkosten und Mietkosten/Versorgungsrechnungen für unseren Gemeinschaftsknotenpunkt. All die oben genannten finanziellen Einschränkungen schränken unsere Bemühungen um den Aufbau des Gemeinwesens ein.

In der derzeitigen (April 2020) finanziellen und sozialen Krise ist die Zuweisung von Ressourcen (entweder finanzieller oder materieller Art) keine leichte Aufgabe. Unsere Freiwilligen sind mit ihren eigenen persönlichen Problemen und Einschränkungen konfrontiert.

Welche Unterstützung ist für das Gelingen des Projektes unerlässlich (gewesen)?

Die praktische Unterstützung von Graswurzel-Bewegungen aus Deutschland in all diesen Jahren war entscheidend für das Überleben unseres Teams und seiner Aktivitäten. Die Sichtbarkeit, die unser Projekt durch diese Graswurzel-Bewegungen erreicht hat, war sehr wichtig, um die Tür zu den anderen Ländern Europas offen zu halten. Indem wir an Präsentationen in ganz Deutschland teilnahmen und mit anderen ähnlichen Projekten zu Debatten und Diskussionen über alternative Modelle der Sozial- und Solidarökonomie beitrugen.
Es war für uns sehr wichtig zu wissen, dass viele Menschen/Organisationen in einer ähnlichen Weise denken und mit uns auf parallelen Wegen gehen.

Was würdet Ihr anders machen, wenn Ihr noch einmal von vorne anfangen würdet?

Wir hätten versucht, deutlicher herauszuarbeiten, was wir wie erreichen wollen. Wir hätten gerne unser Netzwerk von Freunden und Unterstützern verfestigt.
Andererseits war (und ist) Griechenland wie ein brennendes Haus: Wir mussten uns beeilen und auf die Krise reagieren, indem wir versucht haben, so vielen Menschen wie möglich zu helfen und gleichzeitig unser soziales Netz zu stärken.

Wie könnten Forschende Euer Vorhaben unterstützen? Welche Fragen sind bisher unbeantwortet geblieben?

Zunächst einmal, indem wir unsere Arbeit, unsere Errungenschaften und unsere Grenzen kennen lernen. Wir müssen einen gemeinsamen Weg finden, damit beide Seiten ihr Wissen austauschen können. Wir möchten aus den Erfahrungen lernen, die andere Initiativen im Laufe der Jahre gesammelt haben. Außerdem, indem wir unsere Initiative für mehr Menschen sichtbar machen, indem wir unsere Arbeit vorstellen, sei es lokal oder international.

Austausch und Unterstützung

Wir sind immer offen für den Austausch mit Einzelpersonen/Organisationen/Universitäten/Gewerkschaften usw., die daran interessiert sind, unsere Arbeit kennen zu lernen. Ihre Unterstützung ist für uns entscheidend und sehr willkommen.

Kontakt

Organisation: Pervolarides of Thessaloniki

Ansprechpersonen: Filippos Polatsidis

Website: https://www.facebook.com/%CE%A0%CE%B5%CF%81%CE%B2%CE%BF%CE%BB%CE%AC%CF%81%CE%B7%CE%B4%CE%B5%CF%82-%CE%98%CE%B5%CF%83%CF%83%CE%B1%CE%BB%CE%BF%CE%BD%CE%AF%CE%BA%CE%B7%CF%82-Pervolarides-of-Thessaloniki-1519674164926145/

Adresse: Konstantinoupoleos 83, 54644, Thessaloniki, Greece

E-mail: pervolaridesthessaloniki(at)gmail.com

Telefon: 00306945260479

 

Diese Projektvorstellung steht unter der folgenden CC Lizenz: BY-NC-ND.

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