TransfErn

Sozial-ökologische Transformation des Ernährungssystems. Im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) identifiziert NAHhaft umweltpolitische Interventionsmöglichkeiten auf Basis aktueller Erkenntnisse der Transformationsforschung.

Erstellt am

07.08.2018

Aktualisiert am 19.09.2018

CC0 von Capri23auto auf pixabay.com

Wer, Was und Wann?

Das Projekt fand zwischen November 2017 und Oktober 2019 statt. Mitwirkende waren ffu Berlin, die Universität Freiburg und NAHhaft e.V. 

Hintergrund und Ziele

Die mangelnde Nachhaltigkeit des derzeitigen Agrar- und Ernährungssystems zeigt sich an vielen Stellen zugleich, wie in dem anhaltenden (Agro-) Biodiversitätsverlust, der fortschreitenden Bodendegradation und Wasserverschmutzung sowie dem Klimawandel. Während es in anderen Sektoren teilweise gelang, negative Umweltwirkungen zu reduzieren, sind diejenigen des Ernährungssystems in vielen Bereichen konstant bzw. teils sogar weiter ansteigend. Die Konsummuster westlicher Gesellschaften bringen darüber hinaus weitreichende gesundheitliche Implikationen mit sich und finden weltweit Nachahmer, v. a. in den wirtschaftlich aufstrebenden Ländern des globalen Südens. Technische Lösungen werden weiterhin nötig sein, um die negativen Auswirkungen des Ernährungssystems zu mindern, aber nicht als alleiniges Mittel ausreichen.

Umso wichtiger ist deshalb ein umfassender gesellschaftlicher Wandel. Soziale und institutionelle Innovationen sind für die Veränderung hin zu einem nachhaltigen Ernährungssystem essentiell. Auch in der Wissenschaft ist man sich der Notwendigkeit eines Wandels bewusst. Die Transformationsforschung widmet sich Veränderungsprozessen im Allgemeinen und versucht, diese besser zu verstehen, sodass Ansätze für eine Transformation in Richtung Nachhaltigkeit entwickelt werden können.

Ziel des Vorhabens ist, vor dem Hintergrund der Notwendigkeit eines Wandels in Richtung Nachhaltigkeit des Ernährungssystems sowie der Komplexität von Transformationsprozessen,

  • die Erkenntnisse aus der Transformationsforschung zur Analyse des Transformationsfelds Ernährung zu nutzen und damit politische Interventionsoptionen zu ermitteln,
  • Erkenntnisse aus der Analyse und Diskussion des konkreten Transformationsfelds Ernährung für die allgemein-abstrakte Transformationsforschung bzw. Forschung in anderen Transformationsfeldern nutzbar zu machen.

Die folgenden fünf fachlichen Arbeitsschwerpunkte stehen in engem inhaltlichem Zusammenhang:

  1. Systemische Erfassung des Ernährungssystems, seines derzeitigen und prognostizierten Zustands und den daraus folgenden Problemen, auch im Hinblick auf das Leitbild Nachhaltige Entwicklung. Zudem wird mit der Diskussion von möglichen Strategien und Zielen der Transformation des Ernährungssystems der gesellschaftliche und fachliche Konsens und Dissens zur Zukunft des Ernährungssystems eingefangen.
  2. Erstellung eines Überblicks über transformative Nischen des Ernährungssystems und der Einschätzung ihres jeweiligen Umweltentlastungspotentials.
  3. Erfassung aktueller Erkenntnisse der Exnovationsforschung und Identifikation von Veränderungsresistenzen zur Erforschung entsprechender Exnovationsstrategien im Ernährungssystem.
  4. Ableitung von politischen Interventionsoptionen zur Unterstützung von nachhaltigen Akteuren und Nischen.
  5. Erarbeitung eines Werkzeugkastens für die Transformationsforschung, der für das Transformationsfeld Ernährung und weitere Forschungsprojekte genutzt werden kann.

Austausch und Unterstützung

Personen oder Organisationen, welche sich zu Nischen des Ernährungssystems und Politikempfehlungen aus transformationstheoretischer Perspektive austauschen oder dazu einbringen wollen, können sehr gerne die Projektkoordination kontaktieren.

Kontakt

NAHhaft e.V. und NAHhaft-Institut für nachhaltige Ernährungsstrategien

https://www.nahhaft.de/

 

 

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