Terra Preta Indianererde

Geht uns ohne Erde die Luft aus? Mit einem Hektar Terra Preta binden wir 250t Kohlenstoff um der Erderwärmung entgegenzuwirken. Wir machen Experimente in Zentralbrasilien, um die Terra Preta direkt am Feld herzustellen und sie im Anbau der Wald-Biolandwirtschaft zu nutzen.

Erstellt am

29.10.2018

Aktualisiert am 29.10.2018
Ein Kind und ein Mann hocken nebeneinander auf erdigem Boden und graben eine Pflanze ein

Urban Gardening, © Marlini Lima

Wer, was und wann

Die Initiative besteht seit dem 14.10.2018. Mitwirkende sind Gregor Kux vom Bioladen "Cerrado Alimentos Orgânicos" sowie Biobauern um Goiânia, Zentralbrasilien.

Hintergrund und Ziele

Das Potenzial der langfristigen Bindung des Kohlenstoffs in der Erde ist noch völlig ungenutzt. Vielleicht können wir damit dem Klimawandel effektiv entgegenwirken. Wir planen vier Experimente, um praktisch anwendbare Erfahrungen zu erbringen und Wissen zu generieren, welches öffentlich zur Verfügung stehen wird. Das Projekt möchte ein Ausgangspunkt für die praktische Generierung von fruchtbarer Schwarzer Indianererde als andauernden Kohlenstoffspeicher bilden. Der Humus spielt eine zentrale Rolle im Kohlenstoffhaushalt der Erde. Etwa 4/5 des am aktiven Kohlenstoffkreislauf beteiligten Kohlenstoffs sind in unseren Böden gebunden. Durch das Pflanzenwachstum bindet sich das Kohlendioxid der Atmosphäre in organische Materie. Die Pflanze besteht zu 95 bis 98 % aus Kohlenstoffverbindungen. Normalerweise geht dieser Kohlenstoff bei ihrer natürlichen Zersetzung größtenteils wieder in die Atmosphäre zurück. Wir machen daraus humusreichen Boden für den Wald-Bioanbau.

Frame aus dem Video, Mann steht in einem Geschäft und erklärt etwas in die Kamera

Videovorstellung, © Gregor Kux und Lucas Ribeiro. Bild verlinkt zu youtube.com

Wir wollen zwei Experimente durchführen, um die günstigsten Methoden zur Herstellung von Terra Preta zu ermitteln. Mit diesen Ergebnissen realisieren wir danach zwei Feldversuche in größerem Maßstab. In den ersten zwei Experimenten, eines in 100 Liter Tonnen und das andere in 2 Kubikmeter großen Erdlöchern, werden wir die besten Kombinationen der Komponenten erforschen und den Anstieg des gebundenen organischen Kohlenstoffanteils im Boden messen. Zugleich werden wir verschiedene Pflanzen anbauen und mittels wöchentlicher Fotodokumentationen auf die Bodenfruchtbarkeit zurückzuschließen. Wir wollen durch das schnell wachsende Wurzelwerk des Vetiver-Grases, des Mombasa-Grases oder dem Weizen, der nach 10 bis 20 Tagen immer wieder geschnitten wird, abwechselnd mit Leguminosen den Kohlenstoffgehalt der Erde schnell erhöhen. Die Herausforderung besteht darin, die Erzeugung der neuen Schwarzen Indianererde auf die effektivste und wirtschaftlich machbarste Weise zu erreichen. Wir planen, zwei weitere Experimente auf den Feldern der lokalen Biobauern durchzuführen. Bei diesen geht es darum, eine praktische und durchführbare Verarbeitungsmethode zu entwickeln, um in größeren Mengen Biomasse in Terra Preta zu verarbeiten. Wir wollen in verschiedenen Abständen verschieden tiefe Gräben anlegen und die Fruchtbarkeit auf lange Zeit beobachten, indem wir die Erntemengen messen. Eine zentrale Frage für die Wirtschaftlichkeit ist, in welchem Ausmaß die neue Schwarzerde verdünnt werden kann ohne ihre Fruchtbarkeit und Vitalität zu verlieren.

Weiterführende Informationen

Mitten im Amazonas, entlang der Flüsse, finden sich alle zwei, drei Kilometer hundert Meter große Kreise von seit tausend (!) Jahren fruchtbaren Böden. Ihre andauernde Fruchtbarkeit hängt direkt mit ihrem Kohlenstoffgehalt zusammen. Sie können pro Hektar (ha) bis zu 250 t (9 % ihres Gesamtvolumens) organischen Kohlenstoff langfristig speichern. Dies entspricht 917 t CO2. Diese Schwarze Indianererde (Terra Preta do Índio) enthält damit drei Mal mehr gebundenen organischen Kohlenstoff als die umliegenden Böden (3 %). Wenn wir pro Jahr die Menge des in den gesamten Erdböden enthaltenen organischen Kohlenstoffs um 0,4 % (4 Promille) erhöhen würden, so bindet sich damit der weltweite Ausstoß des Kohlendioxids eines ganzen Jahres (siehe die internationale Initiative der Klimakonferenz Paris 2015: www.4p1000.org). Ziel dieses Projektes ist es, Beispiele zu realisieren, bei denen der Kohlenstoffgehalt der Erde durch ihren Humusanteil um 4 Prozentpunkte erhöht wird und damit einen langfristig fruchtbaren Boden zu schaffen als Ausgangssituation für die Wald-Landwirtschaft im Sinne der syntropischen Wald-Landwirtschaft von Ernst Götsch. 4 Prozentpunkte entsprechen 100 t C / ha, bzw. 376 t CO2 ( = 950 Tausend Flugkilometer pro Passagier).

Austausch und Unterstützung

Wir suchen Partner und Hilfe, um das Crowdfunding zu veröffentlichen, zu verbreiten und zu unterstützen, das wir zur Realisierung des Projektes online stellten: www.ecocrowd.de/projekte/terra-preta

Unterstützen Sie uns! Unser Projekt bietet ökologische Vorteile für Mensch und Natur in vielen Aspekten. Die Reduzierung des Kohlenstoffes aus der Atmosphäre und Bindung in Organismen, Humus und fossilen Brennstoffen schafft die Grundbedingungen der biologischen Entwicklung und Vielfalt. Dieser Prozess muss heute gezielt und bewusst vom Menschen gefördert werden. Die Indianer des Amazonas machten dies schon vor 2000 Jahren und ihre Terra Preta do Índio ist heute noch außerordentlich fruchtbar und als brasilianisches Kulturgut offiziell anerkannt. Unser Projekt braucht finanzielle Unterstützung, um realisiert zu werden und wir brauchen Hilfe bei der Bewerbung und Verbreitung im deutschsprachigen Raum. Leiten Sie das Crowdfunding-Projekt bitte an viele Ihrer Kontakte weiter. Damit bewirken Sie Wunder!

Wenn Sie uns unterstützen wollen, dann klicken Sie einfach diesen Link zur Crowdfunding-Kampagne: www.ecocrowd.de/projekte/terra-preta. Damit können Sie für sich die verschiedensten Tauschgüter aus der mittelbrasilianischen Savanne, Cerrado, erwarten! Goldgrasschmuck, Wildbienenhonig... Leiten Sie den Link weiter. Viele Menschen werden sich freuen, so eine sinnvolle Nachricht zu erhalten! Sie ermöglichen damit, dass sich auch andere effektiv gegen die Klimaerwärmung engagieren können! Es gibt sicher viele, die dies wollen!

Kontakt

Falls Sie Fragen, Kommentare oder Hinweise haben, bin ich sehr interessiert, kontaktiert zu werden:

Name der Ansprechperson: Gregor Kux
E-Mail-Adresse: gregorkux@hotmail.com
Handy: 00 55 62 99633 4801 oder 00 55 62 3213 4388 (Geschäftszeiten)
Webseite: cerradoalimentosorganicos.com.br

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