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Publikationshinweis

Neue Erkenntnisse zur Zuckersteuer

Mit Hilfe einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke versuchen inzwischen 42 Länder, darunter auch Großbritannien und Irland, Übergewicht, Diabetes und andere Gesundheitsrisiken zu verringern (Grummon et. al. 2019: 989). Dabei sind die unterschiedlichen Ansätze mal mehr und mal weniger erfolgreich. Mit der Frage danach, welche Besteuerungssysteme besonders wirksam sind, hat sich nun eine Studie beschäftigt.

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CC0 von Ratfink1973 auf pixabay.com

Die Studie, die unter dem Titel “Designing better sugary drink taxes” in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde, untersuchte, in welchem Zusammenhang die Besteuerung und der Konsum zuckerhaltiger Getränke sowie die öffentliche Gesundheit stehen (Grummon et. al. 2019). Sie kam zu dem Ergebnis, dass derzeit nur drei der untersuchten Steuern auf zuckerhaltige Getränke den eigentlichen Zuckergehalt besteuern, während die Mehrheit der Steuern das Volumen der Flüssigkeit besteuern. Das führe dazu, dass die Getränke, die stark in ihrem Zuckergehalt variieren, pro Liter gleich besteuert werden. Diese Besteuerung ist den Autor*innen zufolge nicht zielführend, wenn es um den Schutz vor den Gesundheitsrisiken des Konsums zuckerhaltiger Getränke geht.

Mit einer Steuer, die sich an dem tatsächlichen Zuckergehalt der Getränke orientiert, könne die Gesundheit einer Gesellschaft deutlich verbessert werden: 

“We estimate that a simple design change—taxing the amount of sugar in a drink, not the volume of liquid that accompanies the sugar—could boost a SSB [sugar-sweetened beverages] tax’s health benefits and overall economic gains by roughly 30%.” (Grummon et. al. 2019: 989)  

Die Einführung bzw. Umstellung auf die Besteuerung des Zuckergehalts anstelle der Flüssigkeitsmenge, sei “eine tief hängende Frucht” zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit, schlussfolgerten die Autor*innen (ebenda: 990).

Im Interview mit dem Deutschlandfunk wurde Anna Grummon, Mitautorin der Studie, auch zu den Auswirkungen einer Umstellung von Zucker auf künstliche Süßstoffe befragt, die von Herstellern vorgenommen wird, um den Zuckergehalt zu reduzieren. Die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit seien noch nicht hinreichend erforscht, um die Auswirkungen beziffern zu können. Möglicherweise müsse man zu gegebenem Zeitpunkt darüber nachdenken, sowohl zucker- als auch süßstoffhaltige Getränke zu besteuern, so Grammon (Knoll 2019).

 

Mehr erfahren: 

https://science.sciencemag.org/content/365/6457/989

 

Quellen:

Grummon, A. H., Lockwood, B. B., Taubinsky, D., & Allcott, H. (2019). Designing better sugary drink taxes. Science, 365(6457), 989–990. https://doi.org/10.1126/science.aav5199

Knoll, C. 2019. „Weniger Fettleibigkeit, weniger Diabetes“. Deutschlandfunk. URL:

https://www.deutschlandfunk.de/diskussion-um-zuckersteuer-weniger-fettleibigkeit-weniger.676.de.html?dram:article_id=458219 

 

Dieser Artikel steht unter folgender CC Lizenz: BY.

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