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Superfoods – alles andere als super?

Ob Avocado-Toast, Quinoa-Bowl oder Açai-Smoothie – sogenannte Superfoods sind seit einigen Jahren buchstäblich in aller Munde. Doch was ist dran an dem Hype? Welche Auswirkungen hat der Konsum der meist weitgereisten Lebensmittel auf Umwelt und Produzent*innen? Und gibt es umweltfreundlichere und sozialverträglichere Alternativen? Im Rahmen der Slow Food Youth Akademie, einem Bildungsprogramm für junge Erwachsene von Slow Food Deutschland, haben Kira van den Hövel, Stefanie Schäfter, Felix Buchborn und Meike Fienitz genauer hingeschaut – und stellen ihre Ergebnisse vor.

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Blaubeeren in einer Schale auf einem Tisch

CC0 von LC-click auf pixabay.com

Superfoods sind Lebensmittel, die einen außergewöhnlich hohen Anteil an Vitaminen, Mineralien oder Antioxidantien beinhalten. Sie gelten daher als besonders gesund, zum Teil werden ihnen sogar medizinische Wirkungen nachgesagt. Zu den bekanntesten zählen wohl Avocado, Quinoa und Chia-Samen. Doch die Liste der heilsversprechenden Lebensmittel lässt sich erweitern: Moringa, Açai, Goji, Amaranth, Chlorella, Spirulina, Matcha, Acerola,… In regelmäßigen Abständen kommen neue Nahrungsmittel hinzu, die der gesundheitsbewusste Mensch unbedingt in seinen Speiseplan einbauen soll. Aber halten die kleinen Gesundheitswunder, was sie versprechen?

Diese Frage zu stellen, ist berechtigt, denn die importierten Superfoods sind in vielerlei Hinsicht problematisch. Da sie meist um den halben Globus reisen, bevor sie bei uns im Laden liegen, weisen sie mehrheitlich eine schlechte Klimabilanz auf. Die Produktion von Avocados verbraucht ungeheure Mengen Wasser – und das genau in solchen Regionen, die bereits unter Wasserknappheit leiden. Mandeln, immer häufiger die Ausgangssubstanz  pflanzlicher Milchersatzprodukte, werden in Kalifornien in gigantischen Monokulturen angebaut, mit negativen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Und der plötzliche Nachfrageboom bei einzelnen Produkten kann kleinbäuerliche Strukturen in ländlichen Regionen innerhalb kurzer Zeit nachhaltig zerstören.

Gleichzeitig sind die meisten dieser Superfoods nicht gerade preisgünstig. Tatsächlich steckt viel Geld hinter der Vermarktung der Trendfoods, denn bei Neuem und Unbekanntem greifen Konsument*innen gerne zu. Schaut man nun genauer auf den Nährwert der angepriesenen Superfoods, so lässt sich feststellen, dass diese meist tatsächlich einen hohen Anteil gesunder Inhaltsstoffen aufweisen. Aber, und hier kommt die gute Nachricht: Das gleiche gilt für viele heimische Lebensmittel wie Nüsse oder Beeren, die nicht nur für einen Bruchteil des Preises zu haben sind, sondern oft auch eine deutlich bessere Umweltbilanz aufweisen.

Regionale Ernährung muss nicht langweilig sein, im Gegenteil: Auch unter den Lokalhelden gibt es für gesundheitsbewusste Foodies noch so einiges zu entdecken, denn viele regionale Nahrungsmittel sind in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten. Hirse statt Quinoa, Stielmus statt Acerola,… − der Experimentierfreude sind kaum Grenzen gesetzt. Auch eine kreative Zubereitung kann Altbekanntem zu neuem Glanz verhelfen. Wie wäre es zum Beispiel mit pürierten Erbsen statt Avocado als Basis für die vegane Pastasauce? 

Wenn Ihr mehr über das Thema Superfoods und deren regionalen Alternativen erfahren möchte: Wir haben als ein Ergebnis unserer Recherchen einen Kochworkshop entwickelt, in dem es neben einem regionalen drei-Gänge-Superfood-Menü viele weitere Informationen rund um importierte und lokale Superfoods gibt. Appetit bekommen? Dann meldet Euch gerne bei uns! Allen, die sich erst mal vom eigenen Sofa aus weiter mit dem Thema beschäftigen möchten, sei unser im oekom-Verlag erschienenes Buch „Super Local Food“ ans Herz gelegt. Auf 160 Seiten findet Ihr Hintergründe und Fakten zu importierten Superfoods und ihren regionalen Alternativen sowie 40 Rezepte für jede Jahreszeit.

https://www.oekom.de/buch/super-local-food-9783962381806?p=1

https://superlocalfood.de/

hallo@superlocalfood.de

Dieser Text ist eine überarbeitete Version eines im Slow Food Magazin 05/2019 erschienen Artikels.

Slow Food Youth Akademie

Die Slow Food Youth Akademie ist ein Bildungsprogramm von Slow Food Deutschland, das jungen Erwachsenen einen Erfahrungsraum bietet, um ihre Kenntnisse zu den verschiedenen Knotenpunkten der Lebensmittelwertschöpfungskette im Rahmen von sieben Themenwochenenden und einer Reise ins Ausland zu erweitern. Hier erfahrt Ihr mehr: https://www.slowfood.de/was-wir-tun/bildung/slow_food_youth_akademie

Kalte Tomatensuppe mit Brennnesselblättern

Saison: Juli bis Oktober

Brennnesselblätter sind ein echtes regionales Superfood, denn eine Portion deckt den täglichen Vitamin-C-Bedarf zu fast 300 %! Im Sommer sollten nur die oberen Blatttriebe geerntet werden – diese sind schön zart. Die kalte Tomatensuppe ist zudem das perfekte Essen bei sommerlichen Temperaturen.

Ihr braucht:

1 kg frische, reife Tomaten

200 g altes Brot

1 Knoblauchzehe

einen guten Schuss Olivenöl

Meersalz

Brennnesseln nach Belieben

Tomaten pürieren. Das alte Brot in kleinen Stücken hinzugeben. Wenn es hart ist, eine Weile in den pürierten Tomaten einweichen lassen. Knoblauch hacken und hinzugeben, Öl untermischen. Gut pürieren und mit Salz abschmecken. Brennnesselblätter als Topping auf die Suppe geben. Schon fertig.

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