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Agroforst-Monitoring: Kooperative und praxisnahe Forschung durch Citizen-Science

Wissenschaft bedeutet für uns vor allem eines: Kooperation! In diesem Sinne haben wir ein Forschungsnetzwerk ins Leben gerufen, welches durch die aktive Beteiligung verschiedener Stakeholder*innen Veränderungen in der Agrarlandschaft erfahrbar macht.

© Thomas Middelanis

Wer, was und wann

Wir sind die Initiative für Landwirtschaftlichen Wissensaustausch und haben ein Netzwerk zur begleitenden Erforschung von Agroforstsystemen gegründet. Das Projekt wurde durch Studierende der Universität Münster initiiert. Mittlerweile ist das Team auch über Münster hinaus angewachsen und mehr und mehr mit Agroforst-Projekten und Höfen als auch anderen Hochschulen vernetzt.

Das Ziel des Projektes besteht im ersten Jahr darin, einen Methodenkatalog für das Monitoring "moderner" und vielfältiger Agroforstsysteme in enger Zusammenarbeit mit dem DeFAF und möglichst vielen Expert*innen in diesem Bereich zu erstellen. Um die Methoden so praxisnah wie möglich zu gestalten, wollen wir dazu im Sommer 2021 bei einer Geländekampagne den ersten Entwurf mit Lokalgruppen von Bürgerwissenschaftler*innen direkt im Feld erproben und kritisch evaluieren, um so in den Folgejahren im Rahmen der Citizen Science gemeinsam mit den Menschen aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft dieses Monitoring bewältigen zu können.

Das Projekt läuft seit Februar 2021 und freut sich über alle Arten von Anregungen aus Zivilgesellschaft, Landwirtschaft und Wissenschaft.

Hintergrund und Ziele

Agroforst-Monitoring im Kontext des Landwirtschaftlichen Wissensaustauschs

Ausgangspunkt unseres Forschungsprojektes ist der Wunsch, Begegnungspunkte zu schaffen: zwischen Landwirt*innen, interessierten Menschen aus ihrer Umgebung und der Wissenschaft. Auf allen Seiten dieses Dreiecks ist den Menschen längst bewusst, dass gesellschaftliche Brüche dazu beigetragen haben, dass es zu wenig gelungene und aufrichtige Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft gibt. Vielen Verbraucher*innen wird es wichtiger, die Herkunft ihrer Nahrungsmittel zu kennen. Uns erreichte ein besonderer Wunsch von Landwirt*innen, die eine interessante, nachhaltigere Form von Landwirtschaft ausprobieren. Sie fragten nach wissenschaftlichen Untersuchungen zur Entwicklung ihrer Anbauflächen. Die Initiative für landwirtschaftlichen Wissensaustausch möchte ihren Beitrag zu einem positiven und unvoreingenommenen Neustart leisten und entwirft daher ein Monitoring-Programm für Agroforstsysteme.

Was ist Agroforst?

Die Agroforstwirtschaft kombiniert Äcker, Wiesen oder Weiden mit Bäumen und Hecken. Diese Gehölze beeinflussen ihre Umwelt, sie brechen den Wind, sie spenden den Tieren Schatten oder ermöglichen es, noch weitere Lebensmittel oder Holz zu ernten. Der Mensch hat das vermutlich seit dem Beginn des Ackerbaus beobachtet.

Was ist das Ziel der Forschung?

Wir möchten die vielfältigen ökologischen Veränderungen in jungen Agroforstsystemen untersuchen. Um diese auf den unterschiedlichsten Höfen erfassen zu können, halten wir die Unterstützung durch interessierte Menschen vor Ort für sinnvoll und nötig. Deshalb haben wir Studierende der Initiative für Landwirtschaftlichen Wissensaustausch dieses Forschungsprojekt gestartet. Wir verfolgen einen umfassenden Ansatz zur Langzeit-Erforschung von modernen Agroforstsystemen, angepasst an die Bedürfnisse und Schwerpunkte der Landwirt*innen und ihrer Nachbarschaft.

Wie sieht das konkret aus?

Hand in Hand mit sechs Agroforst-Höfen entwickeln wir einen Methodenkatalog, der ab 2022 die Erforschung ihrer Agroforstsysteme mithilfe von Bürgerwissenschaftler*innen vor Ort ermöglichen soll. Die Methoden sollen kostengünstig und leicht verständlich sein. Damit werden wir die Effekte von Gehölzen in der landwirtschaftlichen Praxis untersuchen. Die schon früh gebildeten ehrenamtlichen Lokalgruppen sollen uns nicht nur kritisch bei der Planung über die Schulter schauen, sondern auch gemeinsam mit uns Studierenden Forschung betreiben. Das betrifft alle thematischen Ebenen von Agroforstsystemen, wie z.B. Insekten, Nutzpflanzen, Humusgehalte, Winderosion oder auch die Streuzersetzung. Ausgestattet mit einer Agroforst-App und dem dazugehörigen Methodenkatalog werden die Citizens Scientists ab 2022 einen wichtigen Teil der Erhebungen im Feld durchführen.

Landwirtschaftlichen Wissensaustausch ermöglichen

Neben der angewandten Forschung in Agroforstsystemen organisieren wir auch weitere Veranstaltungen, die den selben übergeordneten Zielen dienen sollen. Unsere Initiative lädt herzlich zum gemeinsamen Austausch ein:
In diesem Sommersemester gibt es immer dienstags eine Veranstaltung über Themen, die den Naturschutz und die Landwirtschaft sowie die Konsum- und Produktionsseite verbinden. Alle Interessierten können sich gerne per Zoom dazu einwählen. Die Informationen zu allen Aktivitäten der Initiative für Landwirtschaftlichen Wissensaustausch lassen sich unter diesem Link finden: agroforst-monitoring.de/ilwa/

Miteinander Lernen

Was waren die größten Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Projektes und wie seid Ihr damit umgegangen?

Ehrlichgesagt sind uns bisher keine wirklichen Hindernisse begegnet. Es scheint uns, dass alle Beteiligten oder auch nur kontaktierten Menschen uns sehr wohlgesonnen sind. Es macht große Freude sich gemeinsam aus unterschiedlichen Perspektiven mit Agroforstwirtschaft zu beschäftigen. Natürlich ist uns die große Schwierigkeit bewusst, dass durch den studentischen Motor unser Projekt fortlaufend personelle Veränderungen erleben wird. Wir werden gute und verschiedene Lösungen erarbeiten müssen, damit das Projekt niemals nur von einer Generation abhängt.

Welche Unterstützung ist für das Gelingen des Projektes unerlässlich (gewesen)?

Neben ganz vielen extrem wertvollen (neuen) Kontakten in der Wissenschaft ist die Unterstützung durch den Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft an vorderster Stelle zu nennen. Viele Menschen aus diesem Netzwerk helfen uns ganz besonders in dieser frühen Phase des Projektes. Auf der finanziellen Seite ist es die Universität Münster, die unseren Ideen viel Vertrauen geschenkt hat.

Was würdet Ihr anders machen, wenn Ihr noch einmal von vorne anfangen würdet?

Unser Projekt ist noch sehr jung und es ist uns noch nichts aufgefallen, was wir besser anders angegangen wären.

Wäre Austausch und / oder Unterstützung hilfreich?

Wir freuen uns über Anregungen aller Art. Die Vielfalt an Impulsen, die unser Projekt bisher bereichert haben, zeigt, dass wir den Typus der Unterstützung nicht weiter eingrenzen sollten.

Wie könnten Forschende Euer Vorhaben unterstützen? Welche Fragen sind bisher unbeantwortet geblieben?

Unser Forschungsnetzwerk wirft in seiner frühen Phase mehr Fragen auf als es beantwortet. Und das ist gut so. An uns werden immer neue Fragestellungen herangetragen, denen wir uns gerne widmen. Für eure Impulse ist es das Beste, wenn wir uns persönlich darüber austauschen.

Kontakt

Organisation: Institut für Landschaftsökologie

Name der Ansprechperson: Thomas Middelanis

Website: https://agroforst-monitoring.de/

E-mail: agroforst-monitoring@posteo.de

 

Diese Projektvorstellung steht unter der folgenden Lizenz:

BY-NC = Namensnennung - Nicht kommerziell

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