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Neue Perspektiven für Imker und eine Chance für die Honigbiene!

Ohne Imker keine Biene! Doch berufliche Imkerei wird wirtschaftlich immer uninteressanter. Dabei ist die Biene so wichtig für unsere Umwelt! Das Bee-Rent-Konzept schafft neue Perspektiven für Imker und befreit die Biene von ihrem Leistungszwang...

Imker bei der Arbeit

© Julia Steinigeweg

Wer, was und wann

Die Idee für Bee-Rent entstand 2015. In der Bee-Rent Zentrale arbeiten mittlerweile 3 Vollzeitbeschäftigte an diesem Projekt. Deutschlandweit haben wir ein Netzwerk von 30 Imkern, die sich mit diesem Konzept selbstständig gemacht haben.

Hintergrund und Ziele

Durch die vom Menschen eingeschleppte Varroa-Milbe hat die westliche Honigbiene weltweit kaum eine Überlebenschance. Da die Biene aber ein Nutztier ist und damit auch wirtschaftlich interessant, wurden Behandlungsmethoden entwickelt, um die Bienenvölker vor dem Kollaps zu bewahren. In Deutschland verschwindet die berufliche Imkerei aber immer weiter, da neben Viren, Pestiziden und Monokulturen auch der Preiskampf mit ausländischem Honig die Existenz bedroht.

Es musste also eine Lösung gefunden werden, in der der Honig nur eine untergeordnete Rolle spielt, damit der Imker sich ganz um die Bienengesundheit kümmern kann. Nur so kann nachhaltig dafür gesorgt werden, dass die Biene mit ihrer Bestäubungsleistung für Vielfalt in der Natur sorgen kann.

Die Lösung dafür ist ein Miet-Modell, in dem sich Firmen, Vereine oder Privatpersonen engagieren und eins oder mehrere Völker bei sich aufstellen lassen. Die Betreuung erfolgt durch einen fachkundigen Imker, der dafür entlohnt wird.

Auch wenn sich die Firmen über den Honig freuen, ist dieser nur zweitrangig. Im Laufe der Zeit hat sich daraus ein Konzept entwickelt, in dem die Biene wieder näher an ihren natürlichen Bedürfnissen gehalten wird. In diesem "Slow-Bee" getauften System, werden die Bienen nicht permanent im Notstand gehalten oder mehrmals im Jahr verstellt, um einen höheren Honig-Ertrag zu erwirtschaften.

Aber nicht nur Imker und Biene profitieren, sondern auch der Mieter. Zum einen fördert ein Engagement im Naturschutz immer das Ansehen und die Kommunikation nach außen. Die Mitarbeiter freuen sich aber auch, wenn der Imker vorbeikommt und sie etwas Interessantes zu sehen bekommen. Mit so einem Betrieb kann man sich gerne identifizieren. Und im Durschnitt liegt der Honigertrag, trotz der naturnahen Haltung, bei 25 kg pro Volk. Dieser Honig wird individuell abgefüllt und etikettiert und veranschaulicht noch einmal die enorme Leistung der Bienen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, die Bienen in ein gemeinsames Marketing- bzw. Kommunikationskonzept einzubinden.

Diese Idee gibt es seit 2015, wobei das Angebot zunächst nur regional war. Und anstatt Imker aus anderen Gebieten Deutschlands als Konkurrenten zu sehen, wurde Bee-Rent zu einem Netzwerk, in dem alle am selben Strang ziehen und noch effektiver Naturschutz betreiben können. Mittlerweile sind wir deutschlandweit vertreten und haben bereits hunderte Bienenvölker aufgestellt. Diese Idee wurde zuletzt auch mit dem Sonderpreis für Social Entrepreneurship, des KFW-Awards, ausgezeichnet.

Miteinander Lernen

Was waren die größten Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Projektes und wie seid Ihr damit umgegangen?

Da das Thema Insektensterben zurzeit öffentlich diskutiert wird, lag das Hauptproblem nicht darin, Kunden zu finden, die sich gerne engagieren wollen. Die Schwierigkeit lag mehr darin, einen gleichbleibend hohen Standard bei unseren Dienstleistungen garantieren zu können. Alleine durch den Zusammenschluss vieler Charaktere, die zudem noch örtlich voneinander getrennt sind. Mittlerweile sind wir aber an dem Punkt, an dem die zentrale Organisation die entsprechenden Strukturen geschaffen hat, damit jeder Kunde in ganz Deutschland ohne Probleme Bienen mieten kann.

Wie könnten Forschende Euer Vorhaben unterstützen? Welche Fragen sind bisher unbeantwortet geblieben?

Da das Thema CO2-Kompensation ebenfalls sehr stark diskutiert wird, wäre es für uns sehr interessant herauszufinden, welchen Beitrag die Bienen dabei leisten. Denn durch die Milliarden an bestäubten Blüten, für die jedes Bienenvolk sorgt, kann die Natur ja überhaupt erst funktionieren. Die Fragestellung wäre dabei, ob man anhand von bestäubten Blüten (bzw. Honigertrag) auf gebundenes CO2 schließen kann.

Kontakt

Organisation: Bee-Rent GmbH

Name der Ansprechperson: Lennart Stubbemann

Website: www.bee-rent.de

Adresse: Stedinger Str. 1, 27777 Ganderkesee

E-mail: lennart.stubbemann@bee-rent.de

Telefon: 04223 92 56 921

Projekt
Tierhaltung / Tierwohl
Übergreifend

Fragen, Antworten und Ergänzungen

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