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Table - Was hinter den Meinungen zum Ernährungssystem steckt

Table fördert einen aufgeklärten Diskurs über die Transformation der Ernährungssysteme – darüber wie wir sie nachhaltig, resilient, gerecht und letztlich “gut” gestalten können. Unabhängig von beteiligten Gruppen und deren Interessen, legen wir Wissensgrundlagen, Annahmen und Werte offen, die implizit in Debatten hineingetragen werden.

Logo Table, Globus, weißer Löffel auf grünem Grund

© Table

Wer, was und wann

Table ist ein gemeinsames Projekt der Universität Oxford, der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften (SLU) und der Universität Wageningen (WUR). Das Projekt tritt die Nachfolge des Food Climate Research Network an, das fünfzehn Jahre lang von der Universität Oxford aus Nachhaltigkeit in der Ernährung erforschte, Erkenntnisse sammelte und öffentlich teilte.

Hintergrund und Ziele

Wissenschaftliche Erkenntnisse sind eine notwendige Voraussetzung, um die Tatsachen und die komplexen Zusammenhänge rund um gesunde und nachhaltige Ernährung zu verstehen. Zugleich kann Wissenschaft weder die Frage beantworten, wie ein gutes und ethisches Ernährungssystem gestaltet sein muss, noch wie man dieses Ziel erreicht. Ohne Werturteile darüber, was wirklich zählt, lässt sich nicht über Systemfragen entscheiden und Werturteile hängen stets von individuellen Prioritäten und Zukunftsvorstellungen ab.

Table befasst sich dazu mit einem breiten Spektrum an Akteur*innen und Sichtweisen, um wertbasierte Gedankengänge herauszuarbeiten, und Argumente, Annahmen und Wissensgrundlagen in Kontroversen transparent zu machen.

Mit wachsendem Bewusstsein für die globalen Krisen wie Klimawandel, Rückgang der Biodiversität und soziale Ungleichheit, stehen auch die ökologischen und sozialen Nebenwirkungen des Ernährungssystems zunehmend auf dem Prüfstand. Folglich wird der Diskurs über die Zukunft des Essens – und darüber, wie wir Ernährungssysteme nachhaltig, resilient, gerecht und letztlich “gut” gestalten können – immer angespannter und polarisierter.

Zwar lautet das Streitthema Ernährung, doch es geht um weitaus mehr. Es treffen unterschiedliche Einstellungen zum Zusammenleben und den angemessenen Umgang mit Mensch und Natur aufeinander. Positionen zu verschiedenen Fragen, z.B. ob ökologische Landwirtschaft die Weltbevölkerung ernähren kann, ob “regional” besser ist oder ob man es unterlassen sollte, Fleisch von Tieren zu verzehren, gründen neben wissenschaftlichen Fakten auch auf Zukunftsbildern, die Interessengruppen für sich und die Menschheit anstreben. Deren Lösungsvorschläge hängen unter anderem davon ab, inwiefern sie bestimmte Technologien billigen, wie sie die Umsetzbarkeit von gesellschaftlichen Veränderungen und menschlichen Motivationen einschätzen, wie Landschaften gestaltet werden sollten oder wie sie zur Rolle des Staates gegenüber den Einzelnen stehen. Kurz: Den Diskussionen darüber, wie alle satt gemacht werden, liegen viele, teils konträre Werte, Begehren, Annahmen und kulturelle Prägungen zugrunde. Diese Faktoren beeinflussen, wie man Wissenschaft auslegt und auf die Welt blickt. Sie müssen offengelegt und ausdrücklich diskutiert werden. Unterlässt man das, droht die Kommunikation zu kippen, es kann zu verhärteten Fronten und letztlich zu diskursivem Stillstand führen.

Table verdeutlicht die spezifische Faktenbasis, Annahmen und Werte, die den jeweiligen Positionen in Kontroversen über Ernährungssysteme zugrunde liegen. Diese Kontroversen sind von enormer Tragweite für unseren Umgang mit dem ernährungsbedingten Klimawandel und dem Landverbrauch, mit der Nahrungsmittelproduktion und -verteilung, mit Lenkungsmechanismen und mit Nahrungsmitteln selbst. Indem wir Diskurspositionen abbilden, zeigen wir wesentliche Unterschiede und Übereinstimmungsfelder auf, identifizieren Forschungsfragen, um Ungewissheiten auszuräumen, und schlagen Zukunftswege vor.

Ein Kernbestandteil des Wirkens von Table ist es, einen Dialog zwischen verschiedenen Teilen von Ernährungssystemen zu ermöglichen und zu fördern. Wir möchten eine große Bandbreite an Akteur*innen zusammenbringen, darunter Forschende, Landwirt*innen, Industrielle, die Zivilgesellschaft und Entscheidungsträger*innen ebenso wie Vertreter*innen verschiedener Regionen, Sektoren, spezialisierter Fachbereiche und Ansichten. Wir legen Wert darauf, dass wir uns unparteiisch am Diskurs beteiligen und berücksichtigen, dass jede und jeder, auch unsere Teammitglieder, ihre oder seine eigenen Anschauungen und Werte vertritt.

Wir wenden zahlreiche Dialogmethoden an, um Streitfragen zu analysieren. Dazu zählen:

  • Interviews im Gespräch oder schriftliche Interviews 
  • Gastbeiträge im Blog
  • Podiumsdiskussionen und Workshops
  • Diskussionsforum im Netz

Zusätzlich zum Angebot einer pluralen Plattform werden wir die Diskurse beschreiben und erkunden, wobei folgende Handreichungen entstehen:

  • Building Blocks (Bausteine): Kurze, Peer-Review-validierte Erklärstücke über Schlüsselkonzepte aus den Bereichen Ernährungssysteme und Nachhaltigkeit (z.B. Was ist Agrarökologie? Was ist nachhaltige Intensivierung? Was sind naturbasierte Ansätze?) Diese Bausteine sollen ein umfassenderes Grundwissen zu  Ernährungssystemen im Kreis der Interessengruppen vermitteln und so sicherstellen, dass Konflikte nicht schlicht von Missverständnissen herrühren. 
  • Debates Dissected reports (Diskursanalysen): Analytische, Peer-Review-validierte Berichte, die gestützt auf unseren Dialogprozess den Diskurs beschreiben. Ziel ist es, Interessenvertreter*innen zu einem besseres gegenseitigem Verständnis für die Gründe von Übereinstimmungen und Differenzen zu verhelfen. Dabei heben wir Felder hervor, die mehr gemeinschaftliches Nachdenken und Übereinkünfte versprechen.
  • Podcasts: Jede Staffel wird ein Thema beleuchten und aus 6-12 Folgen bestehen, die je einige Sprecher*innen und Positionen zu Teilaspekten des Themas zu Wort kommen lassen werden. 

Table plant, dieses Verfahren auf eine große Themenpalette anzuwenden. Unser erstes Projekt beschäftigt sich mit der Frage, in welchem Maße unsere Ernährung der Zukunft global oder lokal sein sollte.

Mit Table arbeiten wir an einem dynamischen Langzeitprojekt. Wir sind stets bemüht, es zu verbessern und freuen uns über Feedback zu unseren Ansätzen.

Lesen Sie mehr über Table auf der Webseite: www.tabledebates.org/about

Oder lassen Sie sich durch die Webseite führen: www.tabledebates.org/tour

Miteinander Lernen

Welche Unterstützung ist für das Gelingen des Projektes unerlässlich (gewesen)?

Die Partneruniversitäten und Förderer von Table waren dabei unerlässlich. Lesen Sie hier mehr: https://tabledebates.org/about#funders

 

Austausch und Unterstützung

Dialog ist wesentlich für Tables Mission, wir begrüßen jedwede Art von Beiträgen:

  • Für Themenvorschläge für unseren Newsletter Fodder (bit.do/Fodder), wenden Sie sich bitte an Helen (helenbreewood(at)tabledebates.org)
  • Möchten Sie einen Blogbeitrag für uns verfassen, (Beispiele unter www.tabledebates.org/blog), wenden Sie sich bitte an Helen (helenbreewood(at)tabledebates.org)
  • Bewerbungen für Interviews oder Podcast-Features richten Sie bitte an Matthew (matthewkessler(at)tabledebates.org)
  • Zu guter Letzt: Sie möchten Table finanziell oder mit einer Hochschulpartnerschaft unterstützen? Darum kümmert sich gerne Tara (taragarnett(at)tabledebates.org)

Kontakt

Organisation: Table

Name der Ansprechperson: Tara Garnett

Website: www.tabledebates.org

E-mail: taragarnett(at)tabledebates.org

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